Fluchtwege nach Europa

Momentaufnahmen von der Balkanroute

Zur Multimediareportage

Sie fliehen vor dem Terror des Assad-Regimes oder des Islamischen Staates in Syrien, vor den tödlichen Machtkämpfen in Afghanistan oder der Perspektivlosigkeit in Pakistan. Während einige den Umständen ihrer Heimat gerade erst wenige Tage entronnen sind, sind andere wiederum schon Monate, teilweise Jahre auf der Flucht, haben im Iran oder in der Türkei gelebt und gearbeitet. Hunderttausende Geflüchtete haben sich allein in diesem Jahr auf den gefährlichen Weg nach Mitteleuropa begeben. Neben der oftmals tödlichen Mittelmeerroute ist seit einigen Monaten die so genannte Balkanroute einer der Hauptschauplätze der vielfach als “Flüchtlingskrise” betitelten Bewegung in Richtung vermeintlicher Ruhe und Sicherheit.
Anfang Oktober haben wir für einige Tage Teile dieser Route bereist. Wir haben  versucht, die aktuellen Veränderungen der Migrations- und Asylpolitik der EU vor Ort zu beobachten und die unmenschlichen Auswirkungen des europäischen Grenzregimes zu dokumentieren. Auf dieser Reise begegneten wir vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft, Vergangenheit und Motivation ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen, geeint in der Hoffnung und Zuversicht, bald schon zur Ruhe zu kommen und ein neues Leben in Sicherheit und voller Perspektiven beginnen zu können. Wir trafen auf freiwillige HelferInnen aus ganz Europa, die weit über ihre eigenen Grenzen gingen, um den Geflüchteten bei nahezu vollständiger Abwesenheit staatlicher Unterstützung wenigstens eine Minimalversorgung an Informationen, Lebensmitteln und Kleidern zu gewährleisten. Während die Freiwilligen inmitten der Rahmenbedingungen europäischer Abschottungspolitik versuchen den Geflüchteten auf den Stationen ihres Weges ein wenig Menschlichkeit entgegenzubringen, beobachteten wir leider auch häufig, wie andere die verzweifelte Lage der Menschen auf vielseitige Weise ausnutzen und sich an der herrschenden Desinformation und Hilflosigkeit bereichern.
Mit dieser Multimediareportage wollen wir einen Einblick in einige Konsequenzen andauernder restriktiver Migrationspolitik geben. Dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme der Situation, wie sie sich uns im Oktober darstellte, wohlwissend, dass sich die Orte, Wege und Strukturen nahezu stündlich verändern. Doch auch wenn sich Routen verschieben, neue Zäune gebaut werden oder Zugangskontigente variieren, sind immer wiederkehrende Muster zu beobachten. Diese sind Zeugnisse von Uneinigkeit und einer gescheiterten gemeinsamen europäischen Asyl- und Migrationspolitik, welche versucht, mit Hilfe von Zugangsbarrieren Menschen auf der Flucht aufzuhalten. Deswegen ist längst abseits der offiziellen Regelungen ein festes System mit wiederkehrenden Bedingungen, z.B. an den jeweiligen Grenzübergängen, entstanden, welches in der Praxis die chaotische europäischen Asylpolitik abgelöst und ad absurdum geführt hat.
Die folgende Karte bietet einen Überblick über die von uns besuchten Stationen entlang der “Balkanroute” wie sie von Mitte September, nach der Grenzschließung in Röszke, bis Mitte Oktober, vor der Grenzschließung in Zákány bestand. Unter den jeweiligen Orten wird ein Überblick über die Lage gegeben und bestimmte Themenkomplexe in Einzelgeschichten aufgegriffen, welche sich auch unabhängig voneinander lesen lassen.

Preševo (Serbien)

Ein Krisengebiet inmitten Europas

Es dämmert bereits, als wir die Kleinstadt Preševo im Süden Serbiens erreichen. Der kleine Ort, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Mazedonien und dem Kosovo entfernt, befindet sich seit geraumer Zeit im Ausnahmezustand, denn hier liegt die zentrale Registrierungsstelle für Geflüchtete. In den vergangenen Wochen kamen hier täglich 3000 bis 7000 Geflüchtete an, welche über Griechenland und Mazedonien versuchen die Grenzanlagen Europas zu überwinden und sich Stück für Stück ihren Weg in Richtung Zentraleuropa zu bahnen. Die Hauptstraße des Dorfes bietet einen chaotischen Anblick. Ein beißender Fäkaliengeruch liegt in der Luft, denn es gibt nur sechs Dixi-Toiletten für die vielen tausend Menschen, die hier täglich Station machen müssen. Müll türmt sich auf, dazwischen zahlreiche Kinder und junge Mütter, die inmitten des Chaos auf der Straße schlafen. Ein Einheimischer erzählt uns: „Der serbische Staat tut zu wenig, er macht den Ort zu einer Müllhalde und verdammt die Menschen dazu, zwischen Unrat und Fäkalien zu leben“. Alle Geflüchteten, die in das Transitland Serbien einreisen, müssen sich in Preševo registrieren lassen. Ohne Registrierung dürften sie theoretisch nicht in die Busse in Richtung serbisch-kroatischer Grenze einsteigen, denn wer im Inland ohne Registrierung aufgegriffen wird, läuft Gefahr wieder nach Preševo zurück geschickt zu werden. Vor der Registrierungsstelle bilden sich teilweise kilometerlange Schlangen. Einige Geflüchtete warten nach ihren Aussagen nun schon drei bis vier Tage ohne sanitäre Anlagen oder Essensversorgung. Angeblich gibt es in dem “One stop centre Preševo” nur Kapazitäten zur Registrierung von 2000 Menschen täglich. Wer die Schlange verlässt, muss sich erneut anstellen. Ein Junge rennt an uns vorbei und übergibt sich direkt neben den Wartenden. Etliche stehen kurz vor dem Zusammenbruch. Viele schlafen vor Erschöpfung ein. Wer eher vorgelassen wird, erscheint willkürlich. Immer wieder versuchen die freiwilligen HelferInnen die Polizei zu überzeugen, wenigstens Familien mit ihren Kleinkindern, Alte oder Menschen mit Behinderung vorzulassen. Der Umgangston der Polizei ist rau, es wird viel geschrien. Immer wieder brüllen die Beamten, mal wütend und aggressiv, mal hilflos und fast schon flehend die Menge an: “Sit down! Sit down!”. Viele Geflüchtete halten die Strapazen dieser Prozedur nicht durch und zahlen daher bis zu 1000 Euro für ein “Taxi” an einheimische Schlepper, damit diese sie auch ohne die notwendige Registrierung weiterfahren, unwissend, dass sie wegen der fehlenden Papiere möglicherweise erneut hier landen werden. Regulär ist vorgesehen, dass die Geflüchteten nach der Registrierung für 35 Euro pro Person in einen der vielen Busse zur kroatischen Grenze einsteigen. Formell haben sie  nun 72 Stunden Zeit das serbische Staatsgebiet wieder zu verlassen. Doch wer kein Geld mehr hat, sitzt hier ersteinmal fest. Sowohl durch die horrenden Schlepperkosten als auch durch überteuerte Angebote in Preševo haben viele ihr letztes Geld bereits ausgegeben, dabei liegen hunderte Kilometer noch vor ihnen.

Da die Nächte kälter werden, versuchen sich die Menschen selbst zu helfen. Auf einer Wiese nahe der Registrierungsstelle lodern kleine Feuer auf. Der Fäkaliengeruch wird von verbranntem Plastik verdrängt. Die Geflüchteten und die wenigen freiwilligen HelferInnen drängen sich gemeinsam ums Feuer. Außerhalb der Registrierungsstelle kümmern sich nur Freiwillige und ein paar AnwohnerInnen um die Geflüchteten. Die offiziellen Hilfsorganisationen wie Flüchtlingshilfswerk der vereinten Nationen (UNHCR) und das serbische Rote Kreuz arbeiten meist nur innerhalb eines Camps, welches an die Registrierungsstelle angeschlossen ist. Dieses Camp, wo es auch Sanitäranlagen und eine medizinische Versorgung gibt, dürfen die Geflüchteten jedoch erst nach der Registrierung betreten. Dass sich vor dem Camp in der Warteschlange eine humanitäre Katastrophe abspielt, scheint die Regierung zu ignorieren, oder bewusst in Kauf zu nehmen. Die Freiwilligen versuchen daher Zelte und Schlafsäcke für die Nacht bereitzustellen, geben Wasser aus und bieten eine Station zum Laden von Handys an. Hin und wieder wird für die Geflüchteten gekocht. Sie können jedoch nur einen Bruchteil der Menschen versorgen. Auch für die Helfenden ist die Situation schwierig, fließendes Wasser sowie Strom kommt nur von AnwohnerInnen und auch Schlafplätze als wichtige Orte des Rückzugs und der Erholung sind der Gegend mehr als knapp.

Das Geschäft mit der Flucht

Dort, wo sich Menschen auf der Flucht befinden, begegnet man auch Menschen, die daraus Kapital schlagen. Wenn über das Geschäft mit der Flucht gesprochen wird, sind meist die “Schleuserringe” gemeint. Jedoch ist die – anders ausgedrückt – kommerziell organisierte Hilfe beim Grenzübertritt nur einer von vielen Wegen mit der aussichtslosen Situation von Geflüchteten an Geld zu kommen, wie der freiwillige Helfer Moritz auch für die Lage in Preševo bestätigt: „Jeder macht hier ein riesiges Geschäft. Die Regierung (mit Gebühren für die bereitgestellten Busse, Anm. d. Red.) die Shop-Besitzer, die Taxifahrer, die Einheimischen. Alle nehmen viel mehr als sie normal verlangen würden. Sogar die Hotels haben die Preise erhöht, weil teilweise Familien darin wohnen.“ Doch sind es nicht nur bereits bestehende Unternehmen, die nun durch absurde Preise, wie etwa 25 Euro für einen Burger, die Hilflosigkeit vieler ausnutzen. Es sind auch einfache Leute aus Preševo oder solche, die extra gekommen sind, die den Geflüchteten direkt hinter der Grenze Handy-Karten für 35 Euro anbieten, die sonst lediglich 2 Euro kosten würden, oder “Taxifahrten” in das fünf Stunden entfernte Belgrad für fast 1000 Euro verkaufen, bevor diese überhaupt den Ort Preševo und damit Unterstützungs- und Informationsstrukturen erreichen. Von der verpflichtenden Registrierung bekommen viele erst gar nicht etwas mit. Dabei wissen die oftmals jungen Fahrer selbst, dass, sobald sie in eine der vielen Polizeikontrollen auf dem Weg geraten, die Geflüchteten ohne Registrierungspapiere wieder nach Preševo zurückgeschickt werden und deren Geld somit verloren ist. Dass es sich hierbei um ein gutes, aber auch umkämpftes Geschäft handelt, wurde uns spätestens dann deutlich, als wir beobachteten, wie zwei der jungen Fahrer mit einem Messer auf einander losgingen. Nicht mit Messern, aber zumindest mit Fäusten gingen auch in Belgrad ein paar Geschäftskonkurrenten aufeinander los.

„Jeder macht hier ein riesiges Geschäft. Die Regierung (mit Gebühren für die bereitgestellten Busse, Anm. d. Red.) die Shop-Besitzer, die Taxifahrer, die Einheimischen. Alle nehmen viel mehr als sie normal verlangen würden. Sogar die Hotels haben die Preise erhöht, weil teilweise Familien darin wohnen.“

Hierbei handelte es sich jedoch selbst um Geflüchtete, die sich mit der Vermittlung von Schleuserdiensten und mit privat organisierten Geldtransfers ein Einkommen schaffen, um damit teilweise auch ihre eigene Flucht oder die Flucht von Angehörigen zu finanzieren. Insbesondere die privaten Geldtransfers sind für viele Geflüchtete ungeheuer wichtig, ist es doch vielfach der einzige Weg während der Flucht wieder an notwendiges Bargeld zu kommen, da der Finanztransfer ohne Ausweisdokumente über normale Banken und Western Union häufig nur sehr schwer möglich ist.

Belgrad (Serbien)

Zwischenstation im Park von Belgrad

Seit Tagen scheint das erste Mal wieder die Herbstsonne in der serbischen Hauptstadt. Ein paar junge Afghanen waschen und rasieren sich mit dem eiskalten Wasser aus einem von der Stadt bereitgestellten Tanklaster. Wie viele hundert andere Geflüchtete haben sie die verregnete Nacht in einem der beiden Parks oder in einem Parkhaus in der Nähe des Belgrader Hauptbahnhofs verbracht. Seit Ungarn im Sommer seine Grenze zu Serbien geschlossen hat, haben sich die Parks in den vergangenen Monaten zu einem dauerhaften Camp entwickelt, geprägt vom täglichen Kommen und Gehen der Geflüchteten auf der Durchreise in Richtung und Kroatien und Ungarn. Etwa 600 bis 1000 Geflüchtete sind es, die in Belgrad täglich ankommen, erzählt uns die Freiwilligenkoordinatorin Sara. Nahezu die gleiche Anzahl verlässt die Stadt aber auch wieder nach ein paar Tagen oder Wochen. Nur ein Bruchteil der Geflüchteten stelle in Serbien einen Asylantrag. Sara arbeitet in einem vom UNHCR und einer christlichen Hilfsorganisation finanzierten “Asylum Info Centre”, ganz in der Nähe des Hauptbahnhofes. Im Vorraum stapeln sich Säcke mit neu eingetroffenen Spenden, dazwischen ein paar junge Männer, die an bereitgestellten Computern mit ihren Verwandten über Skype telefonieren. Im zweiten Stock gibt es einen Extraraum mit Kinderbetreuung und medizinischer Versorgung für Kleinkinder. Sara ist eine von drei KoordinatorInnen für die ungefähr 30 Freiwilligen, die hier in mehreren Schichten arbeiten. Die Freiwilligen sind vielfach Studierende, PsychologInnen, MedizinerInnen, aber auch ÜbersetzerInnen, die tagtäglich über aktuelle Grenzsituationen oder auch das Asylverfahren in Serbien informieren. Das Info Centre ist aber nur eine von verschiedenen Unterstützungsstrukturen in der Stadt, die sich in den vergangenen Wochen herausgebildet haben. Neben einer weiteren Anlaufstelle, die etwas versteckt hinter dem Bahnhof liegt, bei der die Geflüchteten Kleider, Essens- und Hygienepakete erhalten können, gibt es auch in den Parks selber verschiedene Angebote. An einem kleinen Holzhäuschen werden Karten der Balkanregion verteilt und es können Handys aufgeladen werden. Eine Schweizer Hilfsorganisation verteilt heißen Tee und Suppen, in einem weiteren Zelt erhalten die Geflüchteten medizinische Notversorgung. Dennoch sind es nicht nur die verschiedenen großen Organisationen und die trotz fehlender staatlicher Unterstützung inzwischen recht gut aufgestellten Hilfsstrukturen, die den Geflüchteten zur Seite stehen. Viel Unterstützung kommt auch aus der serbischen Bevölkerung selbst. Immer wieder kommen Leute und bringen Tüten voller Kleidung, Kinderspielzeug oder Obst vorbei. Allgemein sei die öffentliche Meinung, trotz des anhaltenden Ausnahmezustandes, in der Belgrader Innenstadt überraschend positiv. Viele hier führen dies darauf zurück, dass große Teile der Bevölkerung vor nicht allzu langer Zeit selbst zur Flucht gezwungen waren und dass davon ausgegangen werde, dass die wenigsten der Geflüchteten tatsächlich vorhaben in dem selbst von massiver Auswanderung geprägten Land zu bleiben.
Doch trotz all der Hilfsbereitschaft und Solidarität verschlimmert sich die Lage auch in Belgrad täglich. Die Herbstnächte werden immer kälter. Nach Tagen des Regens haben sich die Parks in Schlammfelder verwandelt und die meisten Zelte sind durchgeweicht. Auch wenn die serbische Regierung bereits an festen Notunterkünften baut, müssen nach wie vor diejenigen, die sich kein Hostel oder Hotel in der Nähe leisten können, unter freiem Himmel schlafen, bis sie endlich das Geld für einen der stündlich abfahrenden Busse zur kroatischen Grenze beisammen haben. Das kann jedoch manchmal mehrere Wochen dauern, haben doch viele von ihnen auf der Flucht über das Meer oder durch Bulgarien fast alles verloren.

Menschenrechtsverletzungen in Bulgarien

Auch wenn ein Großteil der Geflüchteten auf der Balkanroute über Griechenland und Mazedonien nach Serbien gelangt, gibt es noch eine weitere viel genutzte Route. So überqueren derzeit einige hundert Geflüchtete täglich die türkisch-bulgarische Grenze in den Wäldern nordwestlich von Istanbul. Viele von ihnen stranden für einige Tage oder Wochen in Belgrad und haben dabei Unfassbares zu berichten.Nachdem die Geflüchteten den bulgarischen Grenzzaun passiert haben, laufen sie teilweise noch mehrere Tage durch Berge und Wälder, “through the jungle” wie es häufig heißt, und meiden dabei Städte und Dörfer, um nicht entdeckt zu werden. Denn entdeckt zu werden, scheint derzeit in den meisten Fällen zu bedeuten, alle Wertgegenstände und häufig sogar die körperliche Unversehrtheit zu verlieren. Aktuell berichten freiwillige HelferInnen in Belgrad, dass über die Hälfte aller Geflüchteten, welche über Bulgarien nach Serbien gelangten, Wunden, Prellungen und Blutergüsse aufweist. Zudem haben die Geflüchteten nahezu alle Wertgegenstände, wie Geld, Handys, Uhren und sogar ihre Dokumente und Pässe in Bulgarien verloren. Viele der Geflüchteten beschrieben uns eindrücklich, wie sie von regelrechten Banden mit Waffen und Hunden überfallen wurden. Sie zeigten uns ihre Verletzungen und teilweise sogar Bissspuren. Es heißt, dass man immer in Gruppen von mindestens 60 Personen unterwegs sein solle, da sonst die Gefahr zu groß sei, ausgeraubt zu werden. Doch nicht nur kriminelle Banden stellen eine Bedrohung für Menschen auf der Flucht dar. Auch bei der bulgarischen Polizei scheinen sich systematische Menschenrechtsverletzungen als Regelfall etabliert zu haben. Dies beginnt bei hin und wieder vorkommenden Push-Back-Aktionen, bei denen die Schutzsuchenden nach dem Grenzübertritt direkt in die Türkei zurückgeschoben werden, ohne dass es überhaupt eine Möglichkeit eines Asylantrags gegeben hätte und setzt sich fort mit den Inhaftierungen von Geflüchteten. Aktuell werden scheinbar alle von der Polizei aufgegriffene Geflüchtete zunächst in eine Polizeistation zur Registrierung gebracht, wo dann auch alle Wertgegenstände und Dokumente “konfisziert” werden. Hier verbringen sie bis zu drei Tage, teilweise ohne dass sie etwas zu essen erhalten. Und selbst wenn sie etwas bekommen, sei die Haltbarkeit bereits vielfach abgelaufen gewesen.

Anschließend werden sie dann in ein Internierungslager gebracht, wo sie etwa zwei Wochen inhaftiert sind, bevor sie wieder freigelassen und vor die Wahl gestellt werden, in Bulgarien einen Asylantrag zu stellen oder das Land wieder zu verlassen. Manche werden direkt wieder zurück in die Türkei deportiert. Doch nicht nur der fehlende Zugang zu Lebensmitteln und sogar manchmal zu Wasser ist erschreckend, sondern auch die vielfache Einschüchterung und Erniedrigung, wie die Verweigerung von Toilettengängen und die weit verbreitete körperliche Gewalt in der Haft. So bekamen wir immer wieder Narben gezeigt, die die Geflüchteten von Stockschlägen und dem Einsatz von Elektroschockern davongetragen haben. Freiwilligenorganisationen berichten inzwischen sogar von Fällen sexuellen Missbrauchs und Folter. Zudem mehren sich die Gerüchte, dass in Bulgarien immer wieder Frauen und Mädchen mit dem Verdacht auf Menschenhandel und Zwangsprostitution “verschwinden” würden. Auch wenn diese dramatische Situation für Geflüchtete kürzlich für wenige Tage ins Licht internationaler Öffentlichkeit rückte, nachdem an der türkischen Grenze ein junger Afghane durch einen vermeintlichen Querschläger aus der Pistole eines Polizisten getötet wurde, bleiben massive Menschenrechtsverletzungen in Bulgarien bisher weitgehend unbeachtet. Obwohl durch die zunehmende Präsenz von Freiwilligen an der serbisch-bulgarischen Grenze zu mehr Beachtung der Vorgänge führen, ist selbst von den großen Hilfsorganisationen bisher nur wenig zu vernehmen. Dabei ist jedoch davon auszugehen, dass ohne internationalen Druck, sich nur wenig an der katastrophalen Lage in dem süd-osteuropäischen Land, wohlgemerkt ein EU-Mitgliedsstaat, ändern wird.

Berkasovo (Serbien)

Verantwortungsvolle Aufgaben vor der kroatischen Grenze

Wenn die Busse kommen ist es meist schon Nacht. Teilweise mehrere hundert Geflüchtete hasten in Richtung der nächsten Grenze. In nur 200 Metern werden sie endgültig die Europäische Union erreicht haben. Auf ihrer langen Reise haben sie gelernt, dass die letzten oft leer ausgehen. Sei es Lebensmittelversorgung, ein Schlafplatz oder auch der letzte Platz im Schlauchboot. Nur weiter Richtung Ziel wollen sie und ziehen oft im Laufschritt an den Zelten vorbei, die von NGOs und Freiwilligen aufgebaut wurden. Diese müssen sie jedoch erst einmal stoppen, denn in Bapska, auf der kroatischen Seite dieser Grenze, fahren die Busse erst nach und nach. Hier im serbischen Berkasovo (unter Freiwilligen wird das ganze Grenzgebiet als Bapska bezeichnet) gibt es aber vor der nächsten Etappe die letzte Möglichkeit, sich zu versorgen, auf seine Mitreisenden zu warten oder medizinische Hilfe zu erhalten. Drei Wochen zuvor wurde der Grenzübergang zum ersten Mal genutzt. Die ersten die hier waren, waren selbstorganisierte Freiwilligenstrukturen. Sie sind es auch, die auf die Geflüchteten zugehen und nahezu die komplette Betreuung leisten. Sie schaffen es auf eindrückliche Weise, die Ankommenden zu beruhigen, in kleinere Gruppen einzuteilen, über den Fortgang zu informieren und dann anschließend zum Grenzübergang zu führen. Dort werden sie dann von kroatischen PolizistInnen in Empfang genommen. Durch den improvisierten Grenzübergang hindurch sieht man schon die kroatische und europäische Fahne wehen und das obwohl Europa gefühlt nicht weiter weg sein könnte. Wie fragil und von der Arbeit ehrenamtlicher HelferInnen abhängig dieses einigermaßen funktionierende Prozedere ist, zeigte sich in der Woche vor unserem Besuch. Durch die Vertreibung aller Freiwilligen ohne staatliche Akkreditierung brach das System vorübergehend zusammen. Daraufhin kam es an dem inoffiziellen Grenzübergang zu chaotischen und gefährlichen Szenen, bei denen die kaum vorhandenen Polizeikräfte in völliger Überforderung sogar Elektroschocker gegen die herandrängenden Geflüchteten eingesetzt haben sollen. Nur kurze Zeit später ließ man dann die Freiwilligen an den Grenzübergang zurückkehren.

Freiwillige Hilfe und Selbstorganisation

Während die europäischen Staaten aufgrund ihrer stoischen Ignoranz gegenüber dem Leid und den Bedürfnissen der Menschen bei der Versorgung der Schutzsuchenden versagen, finden sich Freiwillige aus ganz Europa zusammen, um zu helfen. In einer Graswurzelbewegung, organisiert über soziale Netzwerke wird die Hilfe koordiniert. Mit kleinem Geldbeutel und meist ohne Unterstützung von großen NGOs leisten diese Freiwilligen die so dringend notwendige Hilfe an den verschiedenen Grenzübergängen. Gleichzeitig entstand dabei eine onlinebasierte Informationsstruktur, die Asylsuchenden die Flucht erleichtern sollte. Mit Livetickern, wie dem „Balkanticker“ oder der „Refugee Help Map“ werden so nicht nur benötigte Hilfsgüter und HelferInnen verteilt sondern auch tagesaktuelle Informationen über die Fluchtrouten für die Geflüchteten bereitgestellt.
Auch wenn wir auf unserer Reise engagierten Teams von UNHCR und RedCross begegneten, wurden immer wieder grundlegende Unterschiede in Ansatz und Struktur dieser staatlich finanzierten Hilfsorganisationen im Vergleich zu selbstorganisierten Freiwilligen und großen NGOs wie Médecins Sans Frontières (MSF), Humedica oder Remar sichtbar. Während letztere aktiv auf die Geflüchteten zugehen, die Situation erklären und ihre Unterstützung anbieten, stehen die staatlich finanzierten Organisationen zwar zur Hilfe bereit, jedoch nur wenn sie auch danach gefragt werden. Dabei gehen die Freiwilligen oftmals weit über ihre eigenen Kräfte hinaus und arbeiten teilweise bis zu 18 Stunden am Stück, wohingegen sich Angestellte von UNHCR und RedCross weitestgehend an ihre Arbeitszeiten halten. Dies ist für die Einzelnen und auch für den Erhalt der Arbeitsfähigkeit zwar wichtig und richtig, führt aber dennoch immer wieder zu Engpässen bei der Versorgung der Geflüchteten und zu Frustration bei den Freiwilligen. So verließen beispielsweise die MitarbeiterInnen des UNHCR den Grenzort Preševo für das Wochenende, womit es für zwei Tage keinen Zugang zum Deckenlager gab. In Berkasovo schlossen manche Hilfsorganisationen schon am frühen Abend ihre Zelte mit der Ankündigung, dass dies der letzte Bus für den Tag sei. Doch wie die Helferin Sarah uns erzählt, gibt es hier so etwas wie einen letzten Bus nicht. Im Gegenteil, die meisten Busse kommen nachts an und die Hilfe würde dann fehlen. Die Organisation der Geflüchteten in kleinere Gruppen, das Verteilen von heißem Tee und Kinderbetreuung in der Nacht, all diese Dinge werden hier von den Freiwilligen in Selbstorganisation und mit viel Kreativität und Improvisation gestemmt. Eine staatliche Kontrolle findet hier kaum statt. Die Freiwilligen sind vielfach alternative junge Leute, die sonst an Hausprojekten und anderen selbstorganisierten Strukturen mitwirken. Das wird spätestens dann sichtbar, wenn man das ehemalige Grenzhäuschen erreicht, welches zum Lagerraum umfunktioniert und rundherum mit bunten “Refugees Welcome”-Graffiti und Aufklebern verziert wurde.

Opatovac (Kroatien)

Ein Camp des Staates

In Opatovac sehen wir auf der von uns bereisten Route zum ersten Mal ein einigermaßen funktionierendes und geregeltes Agieren eines Staates. Wo man sonst inmitten von Müllbergen oder in behelfsmäßig aufgebauten Zeltlagern kreativer, aber doch meist macht- und mittelloser Freiwilliger stand, zeigt sich hier ein militärisch organisiertes, abgeschottetes Camp, das von einer Unmenge PolizistInnen frequentiert wird. Vor den Toren des Lagers, in welchem die Geflüchteten binnen kürzester Zeit registriert werden und sich in der Regel nicht länger als einen Tag aufhalten, haben freiwillige HelferInnen aus ganz Europa ihre Zelte aufgeschlagen. Sie sind auch hier vonnöten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Sie benötigen allerdings spezielle Akkreditierungen, um das Lager zu betreten. Auch für JournalistInnen ist der Zutritt nur sehr eingeschränkt möglich. Polizeibeamte erzählen uns von einem möglichen Pressebegehung am nächsten Morgen, einer geführten Tour mit notwendiger und vorheriger Anmeldung. Dadurch wird zwar erreicht, dass keine Schaulustigen das Camp betreten, eine unabhängige Kontrolle geschweige denn Berichterstattung wird aber verunmöglicht.

Tovarnik (Kroatien)

Keine Zeit zur Rast

Tovarnik war noch wenige Wochen zuvor mit dramatischen Bildern als Hotspot durch die Presse gegangen. Geflüchtete mussten tagelang in Ungewissheit auf Züge warten. Es fehlten sanitäre Anlagen sowie Verpflegung und die Menschen mussten auf dem Boden schlafen. Inzwischen hat sich durch eine bessere Organisation der Busse aus Opatovac die Situation erheblich entspannt. Menschen, die mit Bussen nach Tovarnik gebracht werden, können heute davon ausgehen, dass ihr Zug schon bereitsteht. Der Zug, der an diesem Oktobernachmittag Tovarnik verlässt, ist einer von insgesamt 94 Sonderzügen, die die Geflüchteten bis zur Grenzschließung nach Ungarn brachten. In jedem finden etwa 1200 Geflüchtete Platz. Zwar müssen sie eine Weile warten, bis alle einsteigen dürfen, jedoch wird hier niemand mehr zurückgelassen. Helfer des Roten Kreuzes reichen den Zusteigenden auf die Schnelle noch Wasser, kleine Fischdosen und Toastbrot. Währenddessen schallt es immer wieder lautstark “Go, go!”, “Yalla, yalla!”. Ohne ersichtlichen Grund zur Eile werfen ungeduldige Polizeibeamte hektisch das Gepäck aus den Bussen auf den Bahnhofsvorplatz. Unter lautem Rufen werden die Geflüchteten erst in Zweierreihen aufgestellt und dann in Zehnergruppen zu den Waggons geführt. Sobald einer voll belegt ist, rollt der Zug mit quietschenden Rädern ein paar Meter weiter, dann sind die nächsten Gruppen dran. Diese Prozedur dauert mehrere Stunden an, bis endlich alle eingestiegen sind und die Fahrt in das nur 250 Kilometer entfernte Botovo nahe der ungarischen Grenze beginnen kann.

Botovo (Kroatien)

Zur Absurdität der inoffiziellen Grenzübergänge

In Botovo, an der Grenze von Kroatien zu Ungarn, zeigt sich die Absurdität der illegalen, aber dennoch geduldeten Grenzübertritte entlang der gesamten Balkanroute zum wiederholten Male. Es ist immer wieder dasselbe Prinzip: die Geflüchteten werden mit Zügen oder Bussen, oftmals staatlich organisiert, bis kurz vor die Grenze gebracht, von dort aus müssen sie laufen und diese zu Fuß überqueren. Wer sie über die Grenze begleiten oder gar befördern würde, würde sich der Schleuserei schuldig machen. Sobald die Geflüchteten die Grenze passiert haben, stehen am nächsten Parkplatz oder Bahnhof bereits wieder Busse und Züge, ebenfalls staatlich organisiert, zur Weiterfahrt bereit.So eben auch an der kroatisch-ungarischen Grenze. Von dem kleinen Ort Botovo ist der nächste offizielle Grenzübergang nur wenige Kilometer entfernt. Sollten die Geflüchteten hier um Durchlass bitten, würden die Grenzbeamte sie zurückweisen. Obwohl es sogar eine grenzüberschreitende Bahnstrecke gibt, müssen sie dennoch den Zug hier verlassen. Anschließend werden sie von der kroatischen Polizei bis zu dem verbliebenen Loch im ungarischen Grenzzaun begleitet, wo sie dann von ungarischen Beamten in Empfang genommen und wiederum zum Zug geführt werden. Dieses inoffizielle, jedoch gleichwohl hochoffiziell geduldete Verfahren steht sinnbildlich für die Uneinigkeit der europäischen Länder. Da immer noch keine gemeinsame Flüchtlingspolitik vereinbart werden konnte und das Dublinabkommen faktisch ausgehebelt ist, werden die Geflüchteten eben auf diesem Wege weitergeleitet und so erneut zu den Leidtragenden.

Zákány (Ungarn)

Ankunft der Geflüchteten am ehemals letzten Loch im ungarischen Grenzzaun

Die Stimmung im ungarischen Zákány ist gedrückt. Wenn man in den letzten Tagen die Kreativität und Dynamik der Freiwilligen an den anderen Grenzorten miterlebt hat, bemerkt man sofort, wie sich die staatliche Kontrolle auf die Wenigen auswirkt, die hier jeden Tag die ankommenden Geflüchteten mit dem Nötigsten versorgen. Trotzdem funktioniert auch hier die Arbeit der unbezahlten HelferInnen. Ein großer Lastwagen dient als Lager, ein paar Zelte bilden das Verteilungszentrum für die unzähligen Versorgungsbeutel. Neben einem heruntergekommenen Bahnhofsgebäude mit riesigen Parabolantennen auf dem Dach stehen zahlreiche bewaffnete Soldaten. Sie und die Polizei sind die Einzigen die das Gebäude betreten dürfen. Direkt nach unserer Ankunft weist man uns ausdrücklich darauf hin, dass es verboten sei, die anwesenden Staatsbediensteten zu fotografieren. Selbst das Gebäude darf nicht mit auf das Bild. Später am Abend wird uns die Polizei dann noch ausführlich zu unserer Arbeit befragen und sich noch zwei weitere Male die Daten unserer Presseausweise notieren. Nur eine Woche zuvor wurden hier drei Journalisten festgenommen, weil sie gemeinsam mit Geflüchteten die Grenze übertreten hatten. Immer wieder durchbricht eine ungarische Stimme aus der knarzenden Lautsprecheranlage die unheimliche Stille an diesem Ort. Wenn es dunkel wird tauchen gelbe Straßenlaternen die Szenerie in ein unheimliches Licht. Der alte Verladebahnhof, die unbenutzten Gleise und die Rufe aus der Dunkelheit sorgen dafür, dass bedrückende Assoziationen geweckt werden. Ein paar Hundert Meter entfernt vom Bahnhof befindet sich das letzte Loch im ungarischen Grenzzaun und damit wohl einer wichtigsten Checkpoints für Geflüchtete auf dem Weg nach Europa. Nur wenige Meter breit, auf einem Acker neben dem verschlafenen Dorf Zákány, wirkt es wie ein Schlupfloch, auch in der internationalen Politik. Aber der Stacheldraht liegt schon bereit. Wenn der Befehl kommt, ist nach der Grenze zur Serbien auch die zu Kroatien innerhalb weniger Minuten dicht. (Zwei Wochen nach den Aufnahmen wurde das Loch geschlossen, kein Geflüchteter kommt jetzt noch von Kroatien nach Ungarn. Neue Routen über Slowenien haben sich aufgetan.) An diesem Abend wird jedoch noch eine weitere Gruppe Geflüchteter erwartet.

Wenn die etwa 1200 Menschen aus dem Zug in Botovo, begleitet von ein paar kroatischen PolizistInnen, sich dem Zaun nähern, hört man aus dem Dunkel nur die Schritte und das Rascheln der Gepäckstücke. Wenn sie dann am Grenzzaun der ungarischen Bereitschaftspolizei übergeben werden, findet keine Kommunikation zwischen den Beamten  statt und die kroatischen Polizisten halten merklich Abstand zur Grenze. Nur ein einziges Polizeifahrzeug spendet ein wenig Licht in der stockdunklen Nacht. Ein paar Taschenlampen blitzen auf. Die Geflüchteten werden in Gruppen durch das Loch im Zaun gelassen. Auf dem kurzen Weg zum Bahnhof steht ungarisches Militär Spalier. Die Soldaten tragen Kalaschnikows und Schutzmasken. Anweisungen an die Geflüchteten kommen laut und unfreundlich. Das Ziel vor Augen, mit dem nächsten Zug endlich zur österreichischen Grenze zu gelangen, kommt hier jedoch kaum jemand auf die Idee, sich nonkonform zu verhalten. So marschieren sie eilig in Zweierreihen über das Stoppelfeld Richtung Zákány. Wer trotzdem etwas nicht erwünschtes tut, wird aus den Reihen gerissen und muss mit den Händen über dem Kopf solange auf dem Boden knien, bis alle anderen eingestiegen sind. Die Menschen werden hier eher wie Verbrecher behandelt denn wie Schutzsuchende. Am Bahndamm angekommen, müssen sich die Geflüchteten wieder in Gruppen aufstellen und in die verschiedenen Waggons des Sonderzuges einsteigen. Weil der Bahnsteig erst hundert Meter weiter hinten beginnt, schaffen es nicht alle auf die Stufen der Waggons. Die Polizei weist andere Geflüchtete an zu helfen. Selber unterstützen die Beamten nur selten. So stehen sie daneben und schauen zu, während ein Mensch mit Gehhilfen und nur einem Bein mit Mühe versucht in den Zug einzusteigen. Stattdessen wird immer wieder gebrüllt, sobald es ihnen nicht schnell genug geht: “Go! Go! Go to Germany!” Erst wenn die Geflüchteten alle in den Zügen sind, dürfen die Freiwilligen mit ihrer Arbeit beginnen. Streng bewacht vom Militär versorgen sie die Passagiere, durch die Fenstern, mit Nahrungspaketen und Wasser. Dafür wird ihnen genau eine Viertelstunde gewährt, danach bewegt sich der Zug langsam in die Nacht. Wer jetzt in diesem Zug sitzt, weiß jedoch, dass er es bis nach Österreich schaffen wird.

Ungarns Grenzanlagen als Inbegriff der europäischen Abschottungspolitik

Schon bevor wir Zákány erreichen, führt uns der Weg einige Dutzend Kilometer am neu gebauten Grenzzaun entlang. Im Eiltempo hatte das ungarische Militär, gemeinsam mit Strafgefangenen, die wenigen hundert Kilometer zwischen Ungarn und Kroatien abgeriegelt, an denen nicht der Fluss Drau eine natürliche Barriere bildet. Der neu errichtete Grenzzaun ist vier Meter hoch und mit messerscharfem Nato-Draht gesichert. Einen Monat zuvor, im September, war schon die Grenze zu Serbien und die damit verbundene Fluchtroute über Röszke mit einem 175 Kilometer langem und 20 Millionen Euro teuren Zaun geschlossen worden.
Wie zum Hohn verweist ein Schild am Zaun – auch auf Arabisch – auf die geschlossene Grenze und den nächst gelegenen Grenzübergang. Hin und wieder  fahren Militärfahrzeuge hinter dem Zaun entlang. Am nächsten Grenzübergang stehen schwere Metalltore mit Stacheldraht, die sich auf die Fahrbahn rollen lassen. Die sogenannte Festung Europa und die damit einhergehende Abschottung bekommt hier ein reales Antlitz. Sie manifestiert sich nicht mehr nur subtil in unzureichender Hilfe, schlechten hygienischen Bedingungen, der fehlenden Anteilnahme am Leid der Menschen und den Passkontrollen am Grenzübergang, sondern sie wird aktiv beziehungsweise materiell in den Grenzsicherungsanlagen erfahrbar. Den Menschen wird nicht nur nicht geholfen, sondern sie werden wissentlich und willendlich daran gehindert Schutz zu suchen.

Nickelsdorf (Österreich)

Soziale Bewegungen gegen das Grenzregime - Konvois der Hoffnung

Europa schottet sich ab. Immer mehr Fluchtwege werden geschlossen, immer längere und höhere Zäune gebaut. Zuerst nur vor den Toren Europas und nun auch mitten in Europa spielen sich humanitäre Katastrophen ab. Inzwischen ist jedoch eine Art Solidaritäts- und Fluchthilfebewegung entstanden, die Geflüchtete bewusst in einem Akt des Humanismus mit Mitteln des zivilen Ungehorsams unter dem Motto “Shutteln statt Schmuggeln” beim Grenzübertritt unterstützt. Dies geschieht vielfach im Verborgenen und im Privaten, oft als Schleuser-Tätigkeit kriminalisiert. Teilweise aber auch öffentlich, als politisches Statement gegen die “tödliche Festung Europa”. Inspiriert von den Bildern aus Budapest Kaleti, wo sich Tausende Geflüchtete zu Fuß auf Autobahnen auf den Weg nach Österreich begaben, um das einzufordern, was ihnen Europa mit allen Mitteln verwehrte. So machten sich im September Autokonvois auf den Weg, um diese Menschen einzusammeln und nach Wien zu bringen. Kurze Zeit später folgten Konvois aus den Niederlanden, Deutschland, Tschechien und Italien. Am 15. September begleiteten wir mit der Kamera etwa 20 Autos von AktivistInnen aus Leipzig nach Nickelsdorf, in die Grenzregion zu Ungarn. Die AktivistInnen wollten Geflüchtete von dort nach Wien zu shutteln und dann einige von ihnen auch mit nach Deutschland nehmen.Die Menschen kamen damals noch mit Zügen aus Zákány in Heygeshalom (Ungarn) an und mussten, wie so oft zu Fuß über die Grenze, nach Nickelsdorf laufen. Dort warteten dann Taxis, die sie zu absurd überhöhten Preisen nach Wien fuhren. In Heygeshalom und Nickelsdorf war die Situation damals sehr schlecht. Es regnete in Strömen, es gab nicht genügend Schlafplätze, keine trockene Kleidung oder warmes Essen. Zu Tausenden schliefen viele völlig Erschöpfte, nur auf Decken im Freien. Selbst hier waren die Regierungen und staatlichen Hilfsorganisationen nicht bereit oder nicht fähig, ausreichend Unterstützung bereitzustellen. Bei der weiteren Flucht durch Österreich nach Deutschland wurden die Menschen erneut alleine gelassen. Es gab zu diesem Zeitpunkt keinerlei Sonderbusse oder Züge. Dies führte zu ebenso ergreifenden wie bestürzenden Szenen. So wollten uns völlig verzweifelte Familien ihre letzten Habseligkeiten verkaufen, um sich die Weiterfahrt nach Deutschland leisten zu können. Mitten im Herzen von Europa.Die viel zu wenigen Sitzplätze von den “Cars of Hope” aus Leipzig waren daher schnell belegt. In mehreren Touren wurden die Asylsuchenden nach Wien gefahren, wo sie von Freiwilligen in Empfang genommen wurden. Am nächsten Tag fuhr der Konvoi von Wien nach Salzburg an den Grenzübergang nach Freilassing. Beim Grenzübertritt wurden die Geflüchteten von den AktivistInnen begleitet. Aufgrund der massiven, zu diesem Zeitpunkt neu wiedereingeführten Grenzkontrollen, war es den AktivistInnen nicht möglich – wie geplant – die Geflüchteten ohne Registrierung an ihren Wunschort in Deutschland zu bringen. Zur Frustration aller beteiligten AktivistInnen war Deutschland zwar in der Lage, mitten in der Nacht jeden noch so verlassenen Feldweg im Nirgendwo zu bewachen und die Grenze mit Hubschraubern zu sichern, jedoch nicht den Geflüchteten ein Bett im Trockenen in Freilassing bereitzustellen. Trotz alledem waren die AktivistInnen am Ende ihrer Aktion optimistisch gestimmt und sagten: „Wir verstehen uns als Teil einer transnationalen Solidaritätsbewegung gegen die tödliche Festung Europa. Die Flüchtenden und die Solidarität vieler Menschen haben in den letzten Tagen das menschenfeindliche Dublin-System erschüttert. Daran knüpfen wir mit unserem Konvoi an. In der Fluchthilfe tausender Menschen, scheint in diesen Tag auch ein solidarisches Europa ohne Grenzen von unten zu erwachsen, für das wir kämpfen.“

Wien (Österreich)

Auf der Durchreise in der “lebenswertesten Stadt weltweit”

Wir stehen Mitte September am Hauptbahnhof der Österreichischen Bundeshauptstadt, die vom Stadtmarketing „zur lebenswertesten Stadt weltweit“ erklärt wurde. So ganz können wir jedoch nicht glauben, dass die Geflüchteten, die hier zu Tausenden auf ihre Weiterreise warten, dies auch so sehen. Denn sie müssen auf den Bänken, in den Parks und in den Unterführungen um den Hauptbahnhof herum schlafen, da sich niemand für sie verantwortlich fühlt. Die staatliche Unterstützung vor Ort besteht darin, mehrmals am Tag alle Asylsuchenden aus bestimmten Teilen des Bahnhofs wegzuschicken, um den Pendlerbetrieb reibungslos zu gewährleisten. Und so laufen morgens schick gekleidete AnzugträgerInnen mit einem Kaffe in der Hand an flüchtenden Familien vorbei, die im Schlafsack neben der Treppe schlafen und kein Geld für Frühstück haben. Aber auch hier haben Freiwillige wieder eine große Unterstützungsstruktur etabliert. An einem Infopunkt stehen DolmetscherInnen bereit, außerdem wird Essen ausgegeben und dutzende, freiwillige ÄrztInnen versorgen die Geflüchteten. Im Stundentakt kommen voll beladene Privatautos mit Spenden an. Wann die Asylsuchenden nach Deutschland weiterfahren können, ist zu dieser Zeit meist unklar, denn die deutsche Grenze war frisch geschlossen und der Zugverkehr eingestellt worden. So wenden sich viele Geflüchteten an die zahlreichen Schmuggler, von denen sie am Hauptbahnhof offen angesprochen werden. Diese bieten betrügerisch für viele hundert Euro Fahrten nach Deutschland an. Jedoch enden diese Fahrten spätestens vor der deutschen Grenze, nicht selten sogar schon auf der ersten Autobahnraststätte hinter Wien.

Gemachte Krise

Fluchtrouten im Umbruch

Nur kurze Zeit nachdem wir die Balkanroute hinter uns gelassen hatten, überschlugen sich erneut die Ereignisse. Nachdem aus Sicht des ungarischen Außenministers Péter Szijjártó der EU-Gipfel zur “Flüchtlingskrise” keine Entscheidung gebracht hatte, beschloss Ungarn am 16. Oktober die längst erwartete Grenzschließung zu Kroatien. Mit dieser sollen die „internen europäischen Freiheiten und die Sicherheit der Bürger Ungarns und Europas“ geschützt werden, wie später der ungarische Regierungssprecher verkündete. Ebenso wie die Grenzschließung vorhersehbar gewesen war, war auch abzusehen, dass dadurch nicht die Fluchtbewegungen abreißen, sondern sich lediglich verlagern würden. Während am Tag der Schließung viele – trotz horrender Taxipreise – versuchten, noch rechtzeitig die ungarische Grenze zu erreichen, begann die kroatische Regierung die Züge und Busse nunmehr an die Grenzorte Macelj und Mursko Središće umzuleiten. Die sogenannte Balkanfluchtroute hat sich so binnen Stunden in Richtung Slowenien verschoben.

In den folgenden Tagen spielten sich dort dramatische Szenen ab und die Geflüchteten wurden einmal mehr zu den Leidtragenden und zum Spielball internationaler Politik. Das kleine Land zeigte sich überfordert mit der Ankunft kroatischer Sonderzüge und -busse,  schloss zunächst die slowenisch-kroatischen Bahnverbindungen und schickte sein Militär an die Grenze. Die Regierung verkündete aber, dass man die Geflüchteten kontrolliert einreisen lassen werde, solange Deutschland und Österreich wiederum ihre Grenzen offen ließen. Daraufhin begann jedoch eine Reihe verhängnisvoller Zahlenspiele, gegenseitiger Schuldzuweisungen und undurchsichtiger Grenzschließungen und -öffnungen. Nachdem Österreich mehrere hundert Soldaten an die Slowenische Grenze entsandt und verkündet hatte, dass man nur noch 1500 Personen täglich passieren lassen werde, senkte auch Slowenien seine Zugangskontingente. Daraufhin ließ dann Kroatien ebenfalls nur noch einen Teil der Geflüchteten an der kroatisch-serbischen Grenze passieren und schloss diese dann für zwei Tage gänzlich, sodass dort mehrere tausend Geflüchtete im anhaltenden Regen auf einem Feldweg festsaßen. Seit dem mehren sich die Nachrichten und Bilder von Auseinandersetzungen von Geflüchteten mit Polizei und Militär. So zündeten die Geflüchteten in Brežice aus Protest Zelte des Aufnahmelagers an und forderten dies verlassen zu dürfen. Viele von ihnen können nicht nachvollziehen, warum sie an dieser Stelle erneut, ohne ersichtlichen Grund und ohne ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln, trockener Kleidung und Decken festgehalten werden. Viele von ihnen haben völlig durchnässte Kleidung, während die Temperaturen in der Nacht nur noch leicht über dem Gefrierpunkt liegen.

Doch nicht nur in Slowenien hat sich die Lage in den vergangenen Tagen drastisch verschlechtert. Auch wenn sich an fast allen Punkten unserer Reise Unterstützungsstrukturen zunehmend etabliert und professionalisiert haben, fehlt es an vielen Orten weiterhin am Nötigsten. Insbesondere durch starken Regen und rasant fallende Temperaturen, in Preševo stand zwischenzeitlich das Wasser kniehoch in den Straßen, wird auch dieser Abschnitt des langen Fluchtweges zunehmend gefährlicher. Mussten die freiwilligen HelferInnen in Serbien, Kroatien und Slowenien in den letzten Wochen immer häufiger Unterkühlungen behandeln, ist es inzwischen nur noch eine Frage der Zeit, bis auch erste Erfrierungen auftreten. Insbesondere für Kinder, Alte und andere geschwächte Menschen wird die Flucht inmitten Europas zu einem lebensbedrohlichen Unterfangen.

Fazit - Eine Krise der Menschlichkeit

Auf unserer Reise haben wir insgesamt neun Orte in Serbien, Kroatien, Ungarn und Österreich besucht, die zu zentralen Punkten auf der Balkanfluchtroute wurden. Auch wenn es sich dabei nur um einen kleinen zeitlichen und räumlichen Ausschnitt eines äußerst dynamischen Feldes handelt, genügt er dennoch um einen Eindruck vom Wirken der europäischen Grenz- und Migrationspolitik zu erhalten.

Diese Politik wird oftmals damit begründet, die gemeinsamen Werte Europas schützen zu wollen. Doch eben jenen europäischen Werten, wie Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, und Rechtsstaatlichkeit, niedergeschrieben in Artikel 2 des EU-Vertrages, scheinen paradoxerweise im politischen wie praktischen Handeln, im Bezug auf Schutzsuchende, keine sonderlich große Bedeutung beigemessen zu werden. So zeigte sich, auch wenn das Dublin-Abkommen als eine der Säulen des europäischen Grenzregimes ein wenig ins Wanken gekommen ist, dass Europa auch weiterhin auf messerscharfe Grenzanlagen als Zeichen alter und neuer Abschottungspolitik setzt. Ein Vorgehen welches bisher zwar nicht zur Verringerung von Flucht, dafür aber zu zahllosen Dramen an den Außengrenzen geführt hat.

Die europäischen Staaten lassen durch nahezu vollständig fehlende staatliche Unterstützung humanitäre Katastrophen an den inneren und äußeren Grenzen sowie auf den Fluchtrouten nicht nur geschehen, sondern verstärken diese auf verschiedene Art und Weise noch. Sei es durch Behinderung der Arbeit von Freiwilligen, durch unsinnige Registrierungsprozesse oder durch die faktische Inhaftierung von Geflüchteten unter freiem Himmel ohne jegliche Versorgung. Eine Praxis welche die aktuellen, großen Fluchtbewegungen somit erst zur sogenannten Flüchtlingskrise werden lässt. Dabei scheint es, als würde, durch die zunehmende Abschottung und die Duldung dieser katastrophalen Zustände, eine Eskalation billigend in Kauf genommen, wenn nicht gar bewusst herbeigeführt. Rückblickend stellt sich uns also die Frage, ob die vermeintliche Überforderung der einzelnen Staaten, nicht teilweise bewusst inszeniert wird, um die eigene innen- und außenpolitische Position zu stärken. Zusammen mit der zunehmenden Deklarierung sogenannter “sicherer Drittstaaten” zeigt dies, wie sich die EU und ihre einzelnen Mitgliedsstaaten aus der Verantwortung ziehen, anstatt an einer menschlichen und damit zukunftsgerichteten Asylpolitik zu arbeiten.
Allerdings begegneten wir auch einer anderen Politik, einer Politik von unten, die in ihrer Praxis der zunehmend restriktiven Politik entgegensteht und diese auch aktiv beziehungsweise selbstverständlich umgeht. Es sind diese Ansätze, vor allem junger Menschen, die Schutzsuchenden unterstützend entgegenkommen, ihnen auf dem schwierigen Weg durch Europa weiterhelfen und in Selbstorganisation ein anderes, ein wenig menschlicheres Europa entstehen lassen.

www.flucht-wege.eu

Ist ein Projekt vier junger Fotojournalisten aus Leipzig und Umgebung. Die Multimediareportage “Momentaufnahmen von der Balkanroute” soll nur der Anfang einer längerfristigen Auseinandersetzung mit Fluchtwegen nach und durch Europa sein. Wir wollen die Menschen auf diesen Wegen solidarisch begleiten, die Fluchtrouten nachvollziehen und die Konsequenzen einer zunehmend restriktiven Grenzpolitik dokumentieren. Sei dies in deutschen Erstaufnahmelagern, in bulgarischen Abschiebegefängnissen, bei Rettungsaktionen auf Lampedusa oder am Eurotunnel bei Calais.

Umfangreiche und gründliche Reportagen, auch abseits eines Medienhypes um die sogenannte Flüchtlingskrise, brauchen jedoch Unterstützung. Wir freuen uns über Rückmeldungen zur Reportage, Kontakt zu anderen JournalistInnen, Arbeitsaufträge, Anfragen zur Verwendung des Materials, sowie über Spenden zur Finanzierung unserer Arbeit.

Wenden Sie sich dazu gerne an unsere gemeinsame E-Mail:
Kontakt@Flucht-Wege.eu
PGP auf Anfrage

Veröffentlicht am 08.11.2015

Beteiligte Journalisten:

Christoph Hedtke

Johannes Grunert

Sylvio Hoffmann

Tim Wagner

www.flucht-wege.eu ist ein Projekt vier junger Fotojournalisten aus Leipzig und Umgebung. Die Multimediareportage “Momentaufnahmen von der Balkanroute” soll nur der Anfang einer längerfristigen Auseinandersetzung mit Fluchtwegen nach und durch Europa sein. Wir wollen die Menschen auf diesen Wegen solidarisch begleiten, die Fluchtrouten nachvollziehen und die Konsequenzen einer zunehmend restriktiven Grenzpolitik dokumentieren. Sei dies in deutschen Erstaufnahmelagern, in bulgarischen Abschiebegefängnissen, bei Rettungsaktionen auf Lampedusa oder am Eurotunnel bei Calais.

Umfangreiche und gründliche Reportagen, auch abseits eines Medienhypes um die sogenannte Flüchtlingskrise, brauchen jedoch Unterstützung. Wir freuen uns über Rückmeldungen zur Reportage, Kontakt zu anderen JournalistInnen, Arbeitsaufträge, Anfragen zur Verwendung des Materials, sowie über Spenden zur Finanzierung unserer Arbeit.

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